Dekorationsbild: Kursleiterin mit Teilnehmern, Gebäude einer Volkshochschule
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Vor 400 Jahren begann der Dreißigjährige Krieg, ausgehend von einem böhmischen Ereignis, das als »Prager Fenstersturz« in die Geschichtsbücher eingegangen ist. Damit wurde der Böhmische Aufstand ausgelöst, der allgemein als Beginn des Dreißigjährigen Krieges gilt - eines Krieges, der acht Millionen Menschenleben kosten und die politische wie religiöse Landkarte Europas vollständig verändern sollte. Zwar wollten die norddeutschen Territorialfürsten weitgehend neutral bleiben, doch schon früh hatte Herzog Christian von Braunschweig-Wolfenbüttel (der »tolle Halberstädter«) zugunsten seiner Base, Elisabeth von der Pfalz, der »Winterkönigin« von Böhmen, in den Krieg eingegriffen. Dies führte zum Ausgreifen der katholischen Liga unter Tilly nach Norddeutschland und speziell auf die welfischen Lande. Auch unsere Region war am Ende nicht nur von den Kriegsereignissen betroffen, sondern auch von den Entscheidungen im Westfälischen Frieden: Schweden erhielt 1648 u.a. das Erzbistum Bremen mitsamt dem Bistum Verden als Reichslehen
Gemeinsame Veranstaltung von vhs und Museum Kloster Zeven
In Kooperation mit dem Institut für Braunschweigische Regionalgeschichte an der TU Braunschweig.

freie Plätze Vergessen und Verdrängen

( ab Fr., 20.4., 19.00 Uhr )

Im Zyklus der Betrachtungen zu den Werken von Walter Kempowski stehen in diesem Jahr zwei besondere Bände zum Thema der deutschen Erinnerungskultur im Mittelpunkt. Die 1973 und 1978 erschienenen Fragebände »Haben Sie Hitler gesehen?« und »Haben Sie davon gewusst?« greifen zurück auf Antworten jener Nachkriegsgeneration für die »Vergessen und Verdrängen« bestimmend war. Das kollektive Schweigen verhinderte lange Zeit jegliche Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte im Nationalsozialismus. Vor Walter Kempowski, dessen Befragungsbände gelegentlich sogar als Tabubruch bezeichnet wurden, war kaum in ganz persönlichen Beobachtungen normales Leben von Deutschen unter Hitler derart erfahrbar gemacht worden. Kempowskis Sammlung der Antworten erhellte die wahre Gemütslage der Deutschen unter Hitlers Herrschaft. Der Autor verzichtete auf jeglichen eigenen Kommentar und ließ die Menschen für sich sprechen und überließ dem Leser die notwendige Schlußfolgerung. Sebastian Haffner beurteilte Kempowskis Vorgehen zutreffend, als er feststellte: »Wenn man die Leute auf den Kopf zu nach ihrer Meinung über Hitler fragt – der damaligen und der jetzigen -, wird wohl auch heute noch ziemlich geschwindelt. Die Generation, die Hitler erlebt hat – ganz egal, wie sie ihn erlebt hat -, hat nachher von diesem Erlebnis nicht mehr sprechen mögen. Sie hat nichts davon an ihre Kinder weitergegeben und insofern ist die blanke Ignoranz und Uninteressiertheit der Jüngeren das Werk der Älteren.«
Gemeinsame Veranstaltung von vhs und Museum Kloster Zeven
In Kooperation mit dem Institut für Braunschweigische Regionalgeschichte an der TU Braunschweig.

freie Plätze Schriftsteller des Philanthropismus

( ab Fr., 25.5., 19.00 Uhr )

Er war Theologe, Pädagoge, erster deutscher Schulrat, Jugendschriftsteller, Unternehmer und Sprachwissenschaftler, der Philanthrop Joachim Heinrich Campe. Sein 200. Todesjahr soll als Anstoß dienen, sich mit dieser vielfältigen Persönlichkeit der europäischen Geistesgeschichte ausführlicher zu beschäftigen. Neben seinen weit gespannten Unternehmungen, die er meist mit großem Erfolg betrieben hatte, gehörte Campe auch neben Friedrich Schiller, Heinrich Friedrich Gottlieb Klopstock oder Georg Washington u.a. zu jenen bedeutenden Persönlichkeiten des 18. Jahrhunderts, denen am 26. August 1792 das französische Ehrenbürgerrecht verliehen worden war. Diese Ehrung bezog sich auf seine Berichterstattung vom Ausbruch der Französischen Revolution 1789, an der er gemeinsam mit seinem Schüler Wilhelm von Humboldt teilgenommen und darüber in seinen »Briefen aus Paris« begeistert berichtet hatte. Ein interessanter Einblick in eine spannende Epoche der europäischen und niedersächsischen Kultur- und Geistesgeschichte.
Gemeinsame Veranstaltung von vhs und Museum Kloster Zeven
In Kooperation mit dem Institut für Braunschweigische Regionalgeschichte an der TU Braunschweig.
1207 kommt in Ungarn die Tochter des Königs Andreas II. und seiner Frau Gertrud aus dem Haus Andechs-Meranien zur Welt. Sie wird auf den Namen Elisabeth getauft. Schon als Vierjährige gerät sie in die Welt der großen Politik: Sie wird mit Ludwig, dem Sohn des mächtigen Landgrafen Hermann I. von Thüringen, verlobt und verläßt ihre Heimat, um von nun an in Thüringen zu leben. Dort wächst sie am Hof des kunstsinnigen Fürsten zusammen mit ihrem vorgesehenen Ehegatten und dessen Geschwistern auf. Schon früh übt der christliche Glaube eine große Faszination auf Elisabeth aus. Sie war mit zahlreichen einflußreichen deutschen Adelshäusern, so auch den Welfen, und dem Kaiser verwandt. 1227 heirateten Elisabeth und der Thüringer Landgraf. 1227 starb der junge Ehemann auf dem Weg zu einem Kreuzzug. Zu dieser Zeit war der Älteste ihrer drei Kinder, Landgraf Hermann II., erst 5 Jahre alt. Daher wurde Heinrich Raspe IV. neuer Regent. Er soll Elisabeth von der Wartburg vertrieben haben mit der Begründung, sie gäbe zu viele Almosen. Elisabeth verließ im Spätherbst 1227 die Wartburg. In der Folgezeit wurde sie zum Spielball der Familienpolitik und soll zeitweise sogar, vom Volk verachtet, in einem Schweinestall gewohnt haben. Elisabeth starb 1231 mit 24 Jahren in Marburg und wurde schon vier Jahre später heiliggesprochen. Sie gilt allgemein als die deutsche »Nationalheilige« des Mittelalters und war die Stammmutter der hessischen Landgrafen.
Gemeinsame Veranstaltung von vhs und Museum Kloster Zeven
In Kooperation mit dem Institut für Braunschweigische Regionalgeschichte an der TU Braunschweig.

freie Plätze Geschichte und Verklärung

( ab Fr., 21.9., 19.00 Uhr )

Karl May ist ein kulturgeschichtliches Faszinosum und im Wechselspiel von Werk und Wirkung kaum mit einem anderen deutschsprachigen Schriftsteller vergleichbar. Noch in seiner Zeit, »von der Presse als unerfreuliche Kulturerscheinung, Kolporteur und niveauloser Vielschreiber, als bigotter Phantast und literarische Kuriosität an den Pranger gestellt, aus den Schulbibliotheken als Jugendverderber entfernt, vor Gericht zum Lügner und Betrüger, ja schlimmer noch: zum geborenen Verbrecher gestempelt und umgeben von einer Gemeinde allzu gutwilliger oder naiver Anhänger und Freunde, die ihm oft mehr schadeten als nützten mit ihrer öffentlichen Parteinahme« hat Karl May eine Rezeptionsgeschichte erfahren, die rational kaum nachvollziehbar erscheint. Er ist für manche Wissenschaftler »immer noch der meistgelesene Schriftsteller der deutschen Sprache«, ein Autor, dessen Werk »alle üblichen Maßstäbe« der Verbreitung sprengt, »das wissenschaftlich so eingehend, detailliert und vielfältig untersucht und gedeutet wurde« wie kein Werk eines vergleichbaren deutschen Autors. Interessant ist die Frage, inwieweit eine Fülle seiner Themen zur Sozial- und Regionalgeschichte des 18. und 19. Jahrhunderts zwischen Fiktion und historischen Fakten einzuordnen sind. Karl May als historischer Literat, dieser Frage will der Vortrag anhand ausgewählter Dorfgeschichten und Humoresken, die sich z.B. mit der Person des »Alten Dessauer« nachgehen. Dabei handelt es sich um Novellen um den Fürsten Leopold I. von Anhalt-Dessau (1676-1747), einer auffallenden Fürstenfigur aus dem 18. Jahrhundert während Preußens Aufstieg zur Norddeutschen Vormacht im Konkurrenzkampf mit dem welfisch-englischen Hannover und damit der welfischen Regionalgeschichte.
Gemeinsame Veranstaltung von vhs und Museum Kloster Zeven
In Kooperation mit dem Institut für Braunschweigische Regionalgeschichte an der TU Braunschweig.

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