Vor dem Start

Wie kam es zu dem Projekt „Klimaneutrale vhs Zeven“?

Im Herbst 2019 steckte das vhs-Team wie immer um diese Zeit in der Programmplanung für das kommende Semester. In diese Zeit fielen der weltweite globale Klimastreik am 20.09.2019, der 25.Weltklimagipfel in Madrid mit leider enttäuschenden Ergebnissen. Wir haben uns gefragt, was wir als Bildungseinrichtung tun wollen. Was ist unsere Aufgabe? Wo ist unsere Rolle? Bildungsangebote zum Thema Klima, Nachhaltigkeit, plastikfreies Leben ins neue Heft aufnehmen. Klar, das sollte auf jeden Fall sein. Aber ginge möglicherweise auch noch mehr?

Beim Recherchieren fanden wir bundesweit einige interessante Ansätze, was man machen könnte. Den Ausschlag für die Projektidee hat letztendlich die EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen mit ihrem „green deal“, die EU bis 2050 klimaneutral zu machen und dafür 100 Milliarden Euro zu investieren, gegeben. Die Forderung der EU-Kommission nach einem klimaneutralen Europa bis zum Jahr 2050 stammt zwar bereits aus dem Jahr 2018. Aber manchmal brauchen Dinge etwas Zeit, um in den Köpfen von Menschen richtig an zu kommen …

Ein klimaneutrales Europa daran wollen wir mitwirken und starten unser persönliches Jahresprojekt „Klimaneutrale vhs Zeven“.

Darauf folgte die Ankündigung in unserem Programmheft für das 1. Halbjahr 2020:

vhs Zeven – eine klimaneutrale Erwachsenenbildungseinrichtung

2020 starten wir mit unserem Projekt “ vhs Zeven - klimaneutrale Erwachsenenbildungseinrichtung der Samtgemeinden Sittensen, Tarmstedt und Zeven“.

Ziel ist es, die Umsetzung klimaschonendes Handeln in den Alltag der Volkshochschule zu integrieren. Dazu werden wir ein Nachhaltigkeitsmanagement entwickeln und einrichten. Dieser Prozess wird uns nicht nur im nächsten Jahr beschäftigen. Die Entscheidung nach Klimaneutralität zu streben, soll unsere Arbeit und unsere Entscheidungen grundsätzlich beeinflussen. Als Ziel setzen wir uns, 2030 eine klimaneutrale Einrichtung zu schaffen.

Als Bildungseinrichtung wollen wir nicht nur klimaschonendes Handeln praktizieren. Es ist ebenso wichtig, Umweltbildung und entwicklungspolitische Bildungsarbeit verstärkt im vhs-Programm anzubieten. Da liegt noch einiges an Arbeit vor uns…

Wussten Sie, dass der Ansatz einer nachhaltigen Entwicklung über 300 Jahre alt ist? Hans Carl von Carlowitz war ein königlich-polnischer und kurfürstlich-sächsischer Kammer- und Bergrat sowie Oberberghauptmann des Erzgebirges. 1713 sprach er bezogen auf die Forstwirtschaft von „einer nachhaltigen“ Nutzung. Demnach dürfe nur so viel Wald abgeholzt werden, wie in absehbarer Zeit auch wieder nachwächst. Damals befand man sich in einer Holzkrise: die Ressource Holz wurde aufgrund intensiver Abholzung der Wälder für wirtschaftliche Tätigkeiten knapp. Die Abholzung von Wäldern, die Verschmutzung von Flüssen und Seen und auch der Luft wurde bereits im 18. und 19. Jahrhundert als problematische Entwicklung betrachtet.

Eine klimaneutrale Erwachsenenbildungseinrichtung werden zu wollen und klimaschonendes Handeln in der vhs Zeven zu verankern, bedeutet für uns als vhs-Team unser Handeln stetig zu überprüfen, zu hinterfragen und zu verändern.

Wir stehen am Anfang, aber wir machen uns auf den Weg…