Digitale Bildung

Digitale Bildung

13.12.2021 bis 17.12.2021

09:00 Uhr bis 16:00 Uhr

.



Ein Blick hinter die Kulissen! Hör- und Lesefassung

Gespräch von Fachbereichsleitung Marina Feldmann mit Kursleiterin Gulbraun Westrén-Doll vom 1. Juni 2021.

Gekürzte Lesefassung:

Ein spannender Blick hinter die Kulissen!

Mein Ziel für das Gespräch:

  • welche Persönlichkeiten stehen hinter unseren Kursleitenden?
  • Ein Blick hinter die Kulissen.
  • Ich möchte den Beweis antreten, dass auch eine kleine vhs hochqualifizierte Kursleitungen hat und passgenaue Schulungen für Privatanwender und Firmen anbietet!

 

Sie sind seit Jahren Kursleitung bei uns im offenen Kursangebot und auch in Firmenschulungen.
Damit vielleicht unentschlossene potentielle Teilnehmer wissen, wer Sie sind und was Sie als Kursleitung auszeichnet, bitte ich Sie um eine kurze Vorstellung Ihrer Person.

Ich bin seit vielen Jahren bei verschiedenen Volkshochschulen. Meine „Lehrjahre“ habe ich in der vhs Hannover 5 Jahre lang absolviert. Aus einer angedachten Hospitation wurde gleich eine selbstständige Leitung von Kursen. Das mache ich nun seit über 30 Jahren.

Ich schule Textverarbeitung mit Word, Tabellenkalkulation mit Excel, aber nicht so tiefgehend, PowerPoint rauf und runter, Outlook und Teams.

 

Was werden Sie im kommenden Semester bei uns anbieten?

Microsoft Teams, da diese Anwendung, zusammen mit Microsoft 365 und der jetzigen Corona-Situation den Einsatz von Teams sehr beschleunigt hat. Viele Anwender, Mitarbeiter in Unternehmen nutzen bisher nur die Konferenz-Funktionen, den Chat und eventuell die Telefonie. Der eigentliche Einsatz, die Kollaboration, ist oft noch ungenutzt. Die Vorteile der Zusammenarbeit sind z. B. der schnelle Kontakt zu Team-Mitgliedern, die nicht nur in dem Unternehmen sind, die Chat-Funktion (Team und Kanäle) und das gleichzeitige Arbeiten an Dokumenten. Informationen werden im Team festgehalten und für alle Mitglieder erreichbar und vieles mehr.

 

Dass Teams täglich wächst und es immer wieder Überraschungen gibt, haben wir auch gerade live festgestellt.

Ja, es ändert sich viel. Das sieht man auch daran, dass Teams monatlich im Herdt-Verlag in digitaler Form angepasst wird. Andere Programme werden vierteljährlich aktualisiert.

Außerdem sollen auch zwei Bildungsurlaube angeboten werden. Office-Grundlagen und Office-Vertiefung. Diese Bildungsurlaube dauern eine Woche und es werden Word, Excel, PowerPoint und Outlook eingesetzt. Der Kurs kann in Präsenz oder auch online geschult werden.

Was erwartet die TN in ihrem Kurs?

In meinen Seminaren gibt es keine Fremdwörter (Fachbegriffe) ohne eine Erklärung dazu. Mir ist wichtig, dass alle Teilnehmer lernen die Anwendung (App) zu verstehen.

Die Inhalte werden immer nach Absprache mit den Teilnehmern zusammengesetzt. Das heißt die Inhalte, die im Kursangebot stehen, gelten nur als Richtlinie.

Themen, bzw. Fragen, die von den Teilnehmern kommen, werden, wenn möglich, in das Seminar eingebunden.

Spezielle Fragen versuche ich im Einzelnen zu klären. Wenn das Thema im Vertiefungs-Kurs behandelt wird, verweise ich auf diesen.

Wie gestalten Sie Ihren Unterricht didaktisch?

  • Nette und entspannte Atmosphäre (Angst/Unwohlsein)
  • Eine Vorstellungsrunde und das Besprechen der Inhalte fördern ein angenehmes Gruppengefüge, die Teilnehmer fühlen sich verstanden. Es geht zwar um die Inhalte, aber die Teilnehmer sind wichtiger. Man muss die Teilnehmer abholen und nicht im Raum stehen lassen.
  • Kein Frontal-Unterricht, eine Zusammenarbeit. Manchmal unterstütze ich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, so dass sie die Antwort allein finden bzw. erkennen.
  • Fragen - jederzeit
  • Zeit zum Probieren der erlernten Funktionen (wenn Zeit)
  • Gruppenarbeit, wenn es die Zeit erlaubt
  • Ein Problem selbstständig lösen, wenn es die Zeit erlaubt. Das bringt Sicherheit.

 

Der Erfolg spiegelt sich in den Rückmeldungen nach Ihren Kursen.

Wie wird sich Ihrer Meinung nach der aktuelle Digitalisierungsschub auf Ihre Arbeit und Ihre Kursangebote auswirken? Was wird zunehmend wichtiger?

  • Home-Office wird mehr, keine festen Arbeitsplätze (Hot Desking) für Mitarbeiter, dieses wird sich weiter bzw. weiterhin durchsetzen. Trotzdem muss die Team-Arbeit gewährleistet werden. Da kommt Microsoft Teams in Spiel. Diese Anwendung wird in den meisten Unternehmen immer wichtiger.
  • Wenn Anwender Probleme mit einer Anwendung, zum Beispiel Excel haben, haben sie nicht immer die Möglichkeit Kollegin/Kolleginnen zu Fragen. Hier wird noch mehr Selbstständigkeit von den Mitarbeitern erwartet.
  • Anwender, egal welches Alter, nutzen die Microsoft Office-Anwendungen nur sehr oberflächlich. Nutzen nicht den Komfort, den eine Anwendung bringen kann. Leider ist der Einsatz von Microsoft an den Schulen noch zu gering, es gehört nicht zum Lehrplan. Es gibt gerade mal IT-Projekte, aber kein Unterrichtsfach. Da sind andere Länder viel weiter. Dieses habe ich schon mehrfach erlebt. Teilnehmer*innen in den Kursen, die zum Beispiel aus Polen kommen, sind wirklich fit.
  • Deshalb sind Schulungen für Microsoft notwendig – in Schulen, wie auch in Betrieben. Natürlich mit gut ausgebildeten Fachkräften, die auch den praktischen Einsatz aus der Berufswelt kennen und können.

Sie haben mir davon berichtet, dass Sie auch an der Entwicklung von Lehrwerken im Herdt-Verlag mitwirken: Wie kann man sich das vorstellen? Was machen Sie dabei?

Ja, das stimmt. Als Lektorin habe ich einige Schulungsunterlagen vom Herdt Verlag gelesen und mit Anmerkungen, mit Vorschlägen für Verbesserungen (praxisgerechter) und auf seine Richtigkeit bearbeitet (Outlook und PowerPoint). Für den „Xpert Digital Competence Pass“ – kurz Xpert DCP genannt bin ich dabei, die Schulungsunterlagen zusammenzustellen. Hierzu gehören: IKT Grundlagen (PC/Windows, Internet und Sicherheit, Computer-Ethik, Office Grundlagen, digitale Zusammenarbeit (Teams) Datenverwaltung (Excel), professionelle Dokumente (Word).
Der Xpert DCP  ist ein Nachweis über die korrekte Bedienung und Verwendung von gängiger Hard- und Software. Beim Xpert DCP stehen digitale Kompetenzen, also das Verknüpfen, Kombinieren und Anwenden von digitalen Skills, im Zentrum.

Denn: Digital kompetent bedeutet, bereit und gerüstet für den Arbeitsmarkt zu sein.
Zielgruppe: Schüler und Schülerinnen, Erwachsene, um bessere Chancen für den Arbeitsmarkt erreichen.

 

Warum bleibt vhs was Besonderes für Sie? Was macht die Arbeit an einer vhs interessant für Sie?

Meine Lehrjahre (5 Jahre) für diesen Beruf habe ich an der vhs Hannover absolviert. So erkläre ich immer meinen Start in das IT-Training. Nach ca. 2 Jahren habe ich Firmenschulungen übernommen. Nach 3 weiteren Jahren habe ich mich selbstständig gemacht und habe für ein paar Jahre die vhs verlassen. Ich hatte das große Glück in Hannover einen Auftrag bei einem Weltkonzern zu bekommen. Dieses hat mir vieles ermöglicht.
Bei den Firmenkunden (Verwaltung, Verkehrsbetriebe, Industrie, Touristik, Versicherungen und Handwerksbetriebe) war und bin ich bereits 20 Jahre tätig. Natürlich musste ich mich bzw. das Team mit denen ich zusammenarbeite durch qualifiziertes Wissen beweisen. Ich arbeite aber nicht nur für große Unternehmen, sondern auch für viele kleine Unternehmen (1 Mann/1 Frau). Als ich in die Nähe von Verden gezogen bin, ist mein Wiedereinstieg bei der KVSH Verden gestartet und nach einigen Jahren auch bei der vhs Zeven.

Warum arbeite ich für die vhs? Ich bin der Meinung, dass jeder gute Trainer/Trainerin sein Praxis-Wissen aus den Firmen auch in Schulungen bei der vhs einbringen sollte.

Seit vielen Jahren bin ich auch in einigen Fachgruppen des vhs Landesverbands Niedersachsen tätig. Wir sind dabei, die Kurse an die heutige Technik und heutige Möglichkeiten anzupassen.

Ich zähle zu denjenigen, die wirklich hinter einer Volkshochschule stehen. Also, ich habe meinen Job im Prinzip durch eine Volkshochschule überhaupt erstmal mir erschaffen können. Da bin ich sehr dankbar für, weil mir die Arbeit immer noch sehr viel Spaß macht. Viele Fragen mich, warum schulst du bei einer vhs, da verdienst du nicht so viel. Stimmt, aber ohne die vhs wäre ich nie so weit gekommen und wie ich schon gesagt habe, meine Erfahrung aus der Praxis gebe ich gerne weiter. Es gehört dazu. Es ist eine Volkshochschule! Und das sollte doch schon recht gut finanzierbar sein, für alle. Auch für Firmen.

Das ist einfach so eine persönliche Herzensangelegenheit für mich.

Vielen Dank für diese spannenden Einblicke!