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Zevener Geschichtsvorträge

Es gibt unter der Sonne kein gefährlicheres Volk als die Engländer Schon einmal ein Brexit (?) - der Hundertjährige Krieg und seine Folgen

Von 1337 bis 1453 wütete in Frankreich, Südengland, Flandern und Spanien ein Konflikt, den die Geschichtswissenschaft rückblickend als Hundertjährigen Krieg bezeichnet und an dessen Ende England seine sämtlichen Besitzungen auf dem Kontinent verloren hatte. Es war zurückgeworfen auf die Insel und dazu meinte im 20. Jahrhundert General de Gaulle: »England ist ein Inselstaat, ausgerichtet auf die See.«
Der Hundertjährige Krieg bezeichnet eine Epoche, in der die englischen Könige versuchten, ihre Ansprüche auf den französischen Thron mit Gewalt durchzusetzen. Offizielle Ausgangspunkt und Vorwand war das Problem der französischen Thronfolge im 14. Jahrhundert. Nach dem Tod des letzten Kapetinger, Karl IV., der ohne direkten Nachfolger verstarb, forderten zeitgleich zwei Kandidaten den Thron für sich: Philipp VI. aus dem Haus Valois und der englische König Eduard III. Für Frankreich bestand in diesem Krieg schließlich die Gefahr der Besetzung durch England, zumal das Land selbst vor einer inneren Zerreißprobe stand. Mehrere Niederlagen der französischen Armee, innere Aufstände verbissene Kämpfe zwischen dem Haus Orléans und den Burgundern verschärften die Entwicklung. Die Engländer besetzten zunächst große Teile Frankreichs und im Vertrag von Troyes (1420) wurde der englische König Heinrich V. zum Regent Frankreichs sowie Erbe der französischen Krone ernannt, während sich der Thronanwärter aus dem Haus Valois nur noch im Süden Frankreichs behaupten konnte. Dann änderte das Auftreten von Jeanne d'Arc überraschend die Lage. Ihr gelang es, nationale Gefühle und neue Hoffnung im Volk zu wecken. Unter ihrer Begleitung gelangen der französischen Armee eine Reihe bedeutender Siege und Karl VII. wurde 1429 in Reims feierlich gekrönt. Am Ende aber verloren die Engländer alle französischen Gebiete und mußten sich auf die Insel zurückziehen, was heutige Betrachter wie einen Brexit anmutet. Der Hundertjährige Krieg war ein dynastischer, noch kein Nationenkrieg. In seiner Folge jedoch wurde für England die Grundlage für eine nationale Identität gelegt, die England bis heute prägt, eine Entwicklung die im Vortrag näher betrachtet werden soll.
Gemeinsame Veranstaltung von vhs und Museum Kloster Zeven
In Kooperation mit dem Institut für Braunschweigische Regionalgeschichte an der TU Braunschweig.

Plätze frei

Gerd Biegel

191-10001

Freitag, 08.03.2019, 19:00 Uhr

Zeven, Museum Kloster Zeven

5,00 € (Abendkasse)

Museum Kloster Zeven
Klostergang 3
27404 Zeven
Datum
Uhrzeit
Ort
Datum

08.03.2019

Uhrzeit

19:00 - 21:15 Uhr

Ort

Klostergang 3, Museum Kloster Zeven